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Steffen Roschek: „Wir sollten die Debatte um Gnaschwitz sachlich führen“

verfasst am 14.08.2026

Steffen Roschek: „Wir sollten die Debatte um Gnaschwitz sachlich führen“

Den aktuellen Protest gegen die Pläne des tschechischen Unternehmens Czechoslovak Group (CSG), den Standort der Sprengstofffabrik Gnaschwitz in der Gemeinde Doberschau-Gaußig weiterzuentwickeln, kann Steffen Roschek, Vorsitzender der CDU im Landkreis Bautzen, nicht nachvollziehen. „Die Pläne von CSG begrüße ich ausdrücklich. Eine Investition von mehr als 100 Millionen Euro und die Perspektive von über 100 neuen Arbeitsplätzen sind ein starkes Signal für unsere Region und den Wirtschaftsstandort Oberlausitz. Solche Investitionen brauchen wir. Sie schaffen Wertschöpfung, sichern industrielle Kompetenz und eröffnen langfristige Perspektiven für einen traditionsreichen Standort.“

Roschek nimmt zugleich die Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern ernst, die in den Plänen ein steigendes Risiko für die Region sehen. „Die Sorge mancher Menschen, der Standort könne dadurch stärker in den Fokus militärischer Konflikte geraten, sollte man nicht einfach beiseite wischen. Gleichzeitig sollten wir die Debatte sachlich und auf Grundlage von Fakten führen. In Gnaschwitz werden seit mehr als 150 Jahren Sprengstoffe und verwandte Produkte hergestellt. Die Produktion von Sprengstoffen für zivile und militärische Zwecke gehört seit Jahrzehnten zur Geschichte dieses Standortes.“

Bereits unter der „Königlich Sächsischen Pulverfabrik Gnaschwitz“, später als „VEB Sprengstoffwerk Gnaschwitz“ und zuletzt als Teil der MAXAM-Gruppe wurden am Standort entsprechende Produkte hergestellt. Roschek weiter: „Die Erzeugnisse aus Gnaschwitz wurden und werden für unterschiedlichste Zwecke benötigt, etwa im Bergbau, bei Infrastrukturprojekten oder anderen industriellen Anwendungen. Deshalb sollten wir die aktuellen Pläne weder verklären noch verteufeln. Entscheidend ist eine nüchterne Betrachtung der Chancen und Risiken.“

Zugleich warnt Roschek davor, die Diskussion auf das Schlagwort „Kriegsziel“ zu verkürzen: „Auch ich würde mir eine Welt wünschen, in der wir keine Rüstungsindustrie benötigen. Die Realität sieht leider anders aus. Solange es Staaten und Akteure gibt, die Freiheit, Frieden und die Sicherheit demokratischer Gesellschaften bedrohen, brauchen wir die Fähigkeit, uns und unsere Partner zu schützen. Wer Frieden und Freiheit sichern will, muss auch bereit sein, sie zu verteidigen. Eine leistungsfähige europäische Verteidigungsindustrie ist deshalb kein Ausdruck von Kriegswillen, sondern eine Voraussetzung für Sicherheit, Abschreckung und Unabhängigkeit.“

Abschließend betont Roschek: „Deutschland trägt als Mitglied von EU und NATO Verantwortung für seine eigene Sicherheit und die seiner Partner. Deshalb sollten wir die Debatte nicht auf Ängste und Schlagworte reduzieren, sondern nüchtern betrachten, welche Bedeutung eine leistungsfähige Industrie für unsere Sicherheit, unsere wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunft der Oberlausitz hat. Für unsere Region sind die angekündigten Investitionen und die zusätzlichen Arbeitsplätze zunächst einmal eine sehr gute Nachricht.“